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Zugsüberfall im Zürcher Oberland

Serie von Zugüberfällen reisst nicht ab:

„Klau’n wir gleich den ganzen Zug!“

müssen sich die Gangster gesagt haben, als sie am 2. Oktober eine ganze Gesellschaft beim Bahnhof „Neuthal“ aus dem Zug trieben und stehen liessen. Dies wohl in Anlehnung an die amerikanische Gaunerkomödie mit dem Titel „Klau’n wir gleich die ganze Bank“.

ED/CTA-Press

Bauma, 2. Oktober

17:45 Uhr Eine Gruppe von rund 50 Personen – mehrheitlich Reiseveranstalter - steigt fröhlich in den Zug, der mit qualmender Dampflokomotive bereit steht. Eingeladen hat die junge Winterthurer Firma „Railevent“ (www.railevent.ch), um ihre Produkte mit einem Promotionsausflug bekannt zu machen.
18:04 Uhr Ein Pfiff – und der Zug und seine zwei Wagen setzen sich pünktlich in Bewegung. Fauchend und zischend nimmt die wackere kleine Lokomotive die starke Steigung Richtung Bäretswil unter die Räder. Hinten im Barwagen macht es sich die Gästeschar gemütlich. Feiner Weisswein und hübsch arrangiertes Aperitif-Gebäck wird offeriert, alle richten sich für eine längere Fahrt nach Hinwil bequem ein.
18:10 Uhr Bahnhof Neuthal:

Der Lokomotivführer beginnt wütend zu pfeifen. Die Barrieren sind nicht geschlossen! Das Gleis ist blockiert durch einen dunkelblauen alten Citroën mit geöffneter Motorhaube. Sofort leitet der Lokführer eine Notbremsung ein und bringt den Zug mit kreischenden Bremsen kurz vor dem Hindernis zum Stehen. Bevor Lokführer und Heizer begreifen, was los ist, stürmt ein Mann mit einer Pistole auf die Lok zu, klettert hinauf und droht der Besatzung, eine Ladung Dynamit zu zünden.

Die folgenden Aktionen laufen gleichzeitig ab und können gar nicht so schnell beschrieben werden, wie sie durchgezogen wurden.

  • Eine Dame, die vorher unauffällig auf dem Bahnsteig gewartet hat, zieht eine Parabellum und steigt hinten in den Barwagen.
  • Ein Herr mit einem Trommelrevolver eilt hinter dem Citroën hervor und gibt einen oder zwei Schüsse ab, die glücklicherweise niemanden treffen. Dann schwingt er sich vorne auf den Barwagen.
  • Der Fahrer einer „Indian“, die beim Bahnhof abgestellt war, sichert mit einer Pistole den Bahnsteig, während sein Komplize mit Lederkappe und Motorradbrille eine Kalaschnikow unter dem Mantel hervorzieht und damit jeden möglichen Widerstand im Keim erstickt.
  • Im Barwagen schlägt die fröhliche Stimmung um und weicht Entsetzen. Einzelne Gäste versuchen heimlich, ihren Schmuck zu verstecken. Als jedoch der Gangsterboss höflich, aber bestimmt alle Passagiere zum Verlassen des Zuges auffordert, will ihm zuerst niemand glauben. Eine Frau scheint nicht mehr zu wissen, was sie tut. Sie setzt sich vor ihm auf einen Sessel und nimmt gedankenverloren einen Schluck aus ihrem Weinglas. Etwas unsanft zieht sie der Gangster auf, befiehlt ihr, ihre Jacke anzuziehen und auszusteigen. Nach und nach folgen die anderen Passagiere. Während sich der Zug leert, sammeln sich die überrumpelten Gäste als verlorener Haufen auf dem Bahnsteig.
18:19 Uhr Der Zug ist bis auf das Personal hinter der Bar leer. Auf dem Perron versucht einer der beiden Inhaber der Firma Railevent die Initiative an sich zu ziehen und die Gangster zu verwirren: Er erkundigt sich, was sie nun machen sollten. Die Gauner aber handeln wie Profis: Er wird einfach ignoriert. Eine Handtasche und eine liegengebliebene Jacke werden aus dem Zug gereicht.
18:20 Uhr Wiederum geschehen mehrere Dinge beinahe gleichzeitig:

  • Der Herr im Mantel mit der Kalaschnikow steigt auf den Zug
  • Der Gangsterboss eilt zu seinem Citroën, schliesst die Haube und braust davon
  • Der Motorradfahrer startet seine Indian und folgt ihm
  • Der Zug setzt sich rückwärts Richtung Bauma in Bewegung. Die übrigen Gangster bleiben an Bord.
18:31 Uhr Der Zug trifft zur Überraschung des Bahnpersonal wieder in Bauma ein, die Gauner verlassen den Zug und verschwinden mit der Indian und dem Citroën.

Nach Aussagen des Personals des Barwagens liess sich die Gangsterbraut im Zug von ihnen verwöhnen und genehmigte sich ein Glas Weisswein, wobei sie während der ganzen Reise das Personal mit ihrer Parabellum in Schach hielt. Aus diesem Grund können keine Aussagen gemacht werden, was der Herr mit der Kalaschnikow während der Fahrt im Zug machte. Erst später im Laufe der Untersuchung stellte sich heraus, dass der Gepäckwagen leer war. Auf Grund der eindeutigen Zeugenaussagen muss mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass die berühmt-berüchtigte Traction Avant - Bande erneut zugeschlagen hatte. Und einmal mehr sind die Gangster unerkannt entkommen. Über die Höhe der Beute kann nur spekuliert werden, denn die Behörden machen dazu keine Angaben. Der wohlorganisierte, perfekt durchgezogene Ablauf des Überfalles deutet jedoch auf eine professionelle Organisation hin, so dass angenommen werden muss, es handle sich nicht nur um ein Trinkgeld!

Happy End hingegen für die Reisegesellschaft, die so überraschend ihres Zuges beraubt wurde: Eine zufällig vorbeigekommene Gruppe der ländlichen Bevölkerung nahm sich der Gestrandeten an. Auf Umwegen zwar, und nach dem Lösen verschiedener Aufgaben, wurde sie in einem umfunktionierten Kuhstall auf das Beste verköstigt. Bei rassiger Musik konnten die erlittenen Strapazen rasch vergessen werden. Und Happy End natürlich auch für die Gangster, die unerkannt entkamen, und nun wohl irgendwo ihre Beute aufteilen – und bereits den nächsten Überfall planen...

Daniel Eberli
CTA-Press



NEU: Exklusiv auch mit Oldtimerflugzeug 2-Plätzer

Freitag 13.7.2001 13:13 - Dreister Zugüberfall im Zürcher Oberland

Auf einem Bahnübergang zwischen Bäretswil und Neuthal hat sich ein Zwischenfall ereignet. Eine Limousine der Marke Citroen 1954 hat offenbar eine Panne erlitten und kann nicht weggeschoben werden. Von Bäretswil nähert sich ein Zug, gezogen von einer Lokomotive des Typs Be 4/4 aus dem Jahre 1931/32, in langsamer Fahrt. Mit heftigem Pfeifen macht er auf sich aufmerksam. Beim Pannenfahrzeug befinden sich 3 Personen: Ein sehr eleganter, bärtiger Herr mit Hut in einem weissen Anzug mit feinen Nadelstreifen, sein Begleiter in einem schwarzen Anzug und die dritte Person, offenbar ein Motorradfahrer, braune Lederjacke, dunkle Ledermütze mit Motorradbrille. Vor dem Pannenfahrzeug steht eine rote Moto Guzzi Airone aus dem Jahr 1949.

Hinterhältig wird ein Motorenschaden vorgetäuscht...
 
..Operation "Kaderentführung" tritt in Kraft...

Inzwischen hat der Zug angehalten. Die drei Männer begeben sich zum Lokomotivführer und sprechen mit ihm. Der elegante Herr geht nun zum ersten Personenwagen und besteigt ihn, während der Motorradfahrer zum hinteren Wagen eilt und ebenfalls einsteigt. Der dritte Mann zieht plötzlich eine Waffe und bedroht damit den Lokomotivführer. Auch im Innern des Zuges überstürzen sich die Ereignisse: Beide Männer ziehen ebenfalls eine Waffe und rufen: Dies ist ein Überfall, jede Gegenwehr ist zwecklos. Wenn ihr unsere Befehle befolgt geschieht euch nichts. Der Motorradfahrer im hinteren Wagen befiehlt nun den Passagieren, sich im Gänsemarsch in den anderen Wagen zu begeben. Eine Frau möchte einen Schirm mitnehmen, der Motorradfahrer verbietet es ihr, da ja der Schirm als Waffe verwendet werden könnte.

Als alle Passagiere, ca. 50 Leute, im vorderen Wagen versammelt waren, verkündete der Chef im weissen Anzug, es sollen sich zwei Freiwillige als Geiseln melden. Es meldeten sich ca. 15 Freiwillige Damen und Herren. Die Gangster haben nun ein Problem. Sie lesen zwei Personen aus und verlassen mit ihnen rasch den Zug. Sie eilen zu ihren Fahrzeugen zurück. Der Citroen fährt ab und dahinter prescht, den vorausfahrenden Wagen sichernd, mit ohrenbetäubendem Lärm und horrendem Tempo, die Moto Guzzi.

..die Aktion verläuft erfolgreich, die Geiseln werden mit grössten Sicherheitsvorkehrungen in Gewahrsam genommen...
 
..die Gängster brausen mit den Geiseln ins Headquarter zurück - Wie wird man die Entführten wohl Freilösen können...

Inzwischen konnten die Geiseln beim Gewerbemuseum in Neuthal, unversehrt, aufgefunden werden. Sie beschreiben die Täter folgendermassen:

Der elegante Herr, Statur schlank, Grösse ca. 170cm, dunkle Haare mit Bart, Mitt-Vierziger, spricht Zürcher-Dialekt.

Der Motorradfahrer: ca. 175-180 cm gross, doch eher feste Statur, grauer Bart, spricht Solothurner-Dialekt.

Der dritte Mann, mittlere Statur, eher ruhig und unauffällig.

Von den Tätern fehlt bis heute jede Spur. Sachdienliche Mitteilungen richten sie bitte an das Polizeikommando Bäretswil oder an den nächsten Polizeiposten. Für die Ergreifung der Täter ist eine Belohnung ausgesetzt.



Zusatzangebot: Zeitreise ins Tösstal
(auf Wunsch auch auf anderen Strecken möglich)


Quelle Traction Avant / Rail Event AG

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